Historisches Gänßzinnß-Mahl

Das Neckarauer Historische Gänßzinnß-Mahl fand bisher jährlich zu Jacobi statt. Erstmals 2018 verlegten wir es in die für ein solch üppiges Mahl klimatisch günstigere Jahreszeit, den Herbst. Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz, warteten am 25. Oktober 2018 die Gänse im Jakobussaal in der Rheingoldstraße in Neckarau auf ihren Verzehr.

Das Neckarauer Historische „Gänßzinnß-Mahl“ findet traditionell zur Erinnerung an den „Neckarauer Wegschnitt“ aus dem 17. Jahrhundert statt.

Die Neckarauer Feldschützen hatten um diese Zeit zwölf Gänse als Entgelt für die Überlassung des Wegschnitts an die kurfürstliche Hofkammer zu entrichten. Später waren es sogar 24 Gänse, die von der Obrigkeit gefordert wurden.

1650 beklagten sich die Feldschützen über das hohe Entgelt und richteten mit Unterstützung durch die Neckarauer Honoratioren eine Eingabe auf Erlass der Schuld an den kurfürstlichen Hofbeamten, den Hühnerfaut. Sie hatten damit aber keinen Erfolg.

Erst 1813, in der Zeit der Herrschaft Napoleons, wurde dieses Naturalentgelt abgeschafft. Der Wegschnitt wurde dann für 150  Gulden an die wegangrenzenden Bauern verkauft.

Wie in jedem Jahr wurde eine Persönlichkeit als „Ehren-Gänßzinnß-Esser“ ausgezeichnet. Die Wahl fiel 2018 auf den Vorsitzenden des Reiter-Vereins Mannheim und früheren Stadtrats Peter Hofmann.